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Moench

Quellen zum 1. Weltkrieg

1. Dokumente zum Kriegsbeginn 1914

Links zu Text- und Audiodokumentationen der Reden Wilhelms II 1914 und zum Reichstagsarchiv
Zeitungsausschnitt zur Mobilmachtung 2.8.1914
Auszug aus dem Weißbuch Vorläufige Denkschrift und Aktenstücke zum Kriegsausbruch, 2.8.1914 hier

Aus den Reichstagsprotokollen:
1. Erklärung von Reichskanzler Bethmann Hollweg zum Kriegsausbruch hier
2. Rede des SPD-Abgeordneten Haase zum Kriegsausbruch hier
3. “Wie aus heiterem Himmel”? Fakten rund um das Attentat nach dem Buch von Annika Mombauer hier

Reden Kaiser Wilhelms II.:

im Lebendigen Museum Online (LeMO):

Erste Balkonrede 31.7.1914 (Text)
Zweite Balkonrede 1.8.1914 (Text)
Ansprache an das deutsche Volk vom 6.8.1914 (Text). Eine Tonaufnahme wurde am 10.1.1915 angefertigt (siehe Text, Audio und Kommentar auf www.wilhelm-der-zweite.de. - Wir merken hierzu an, dass es das Ziel der Website ist, Wilhelm II. gegenüber der zeit- genössischen Kritik und der Kritik der Nachwelt in Schutz zu nehmen. )

Auf 1000dokumente.de:
Thronrede vor den Abgeordneten des Reichstags, 4.8.1914 (Text),

Aus dem Reichstagsarchiv:

Reichstagsprotokolle Krieg 1914-1918

Vorläufige Denkschrift und Aktenstücke zum Kriegsausbruch
(Offizielle Darstellung der Kriegsgründe durch die Reichsregierung, siehe dazu auch unten)

Zeitungen in ANNO, dem Online-Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek:

ANNO verfügt über digitalisierte Faksimilés von Zeitungen seit 1568 (!!), zu den Zeitungen mit Meldungen über das Attentat und die Folgen 1914 gelangt man über den Jahresüberblick 1914. Es handelt sich dabei um Zeitungen aus dem ganzen Habsburger Reichsgebiet.


Uetersen_Mobilmachung_1914_klein

Extra-Ausgabe der Uetersener Nachrichten von Sonntag den 2. August 1914 "Deutsche Mobilmachung".

Wikimedia Commons

 

Weißbuch Vorläufige Denkschrift und Aktenstücke zum Kriegsausbruch, S.3f.
Dem Reichstag von Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg am 3. August 1914 vorgelegt.

Denkschrift1
Denkschrift2a
Denkschrift2b

Reichstagsprotokolle

 

      [...]

In der hier ausgelassenen Passage geht der Text im Detail auf die Geschichte der Balkankrise seit 1876 ein. Russland wird vorgeworfen im Zuge seiner panslawistischen Politik (Panslawismus) Serbien gegen Österreich-Ungarn aufzuhetzen. Die Besetzung Bosnien-Herzegowinas 1878 durch Österreich und die Annexion, d.h. definitive territoriale Integration in die Habsburger Monarchie 1908, wird nicht als Problem gesehen.

Diese Darstellung bestätigt immerhin, dass Deutschland Österreich den berühmten “Blankoscheck” für sein Vorgehen gegen Serbien gab und dass man sich sehr wohl dessen bewusst war, dass dies zu einem Krieg mit Russland führen würde. Die Konfrontation mit Russland wird auf einen weit über dem konkreten politischen Zusammenhang stehenden Daseinskampf zwischen Germanentum und Slawentum hochstilisiert.

Vgl. hierzu die Analysen in: Vorkrieg 1913. Aus Poilitik und Zeitgeschichte 12/2013, online auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung.

Zur Vorgeschichte des 1. Weltkriegs siehe auch auf unsere Seite Krisenherd Balkan.

 

Aus den Reichstagsprotokollen: Reden zum Beginn des 1. Weltkriegs

Sitzung des Reichstags vom 4.8.1914 Reichstagsprotokolle
1. Erklärung von Reichskanzler Bethmann Hollweg zum Kriegsausbruch

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2. Rede des SPD-Abgeordneten Haase zum Kriegsausbruch Reichstagsprotokolle

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3. “Wie aus heiterem Himmel”? Fakten rund um das Attentat nach dem Buch von Annika Mombauer: Die Julikrise

Tod in Sarajewo 28.6.1914

1. „Wie ein Blitz aus heiterem Himmel“? (Berliner Lokalanzeiger am 29.6.1914 zum Attentat)

Kleine Geschichte der Attentate und Attentatsversuche bis 1914:

1894: Ermordung des französischen Präsidenten Carnot durch einen italienischen Anarchisten

1898: Ermordung der Kaiserin Elisabeth („Sissi“) durch einen italienischen Anarchisten in Genf

1900: Ermordung des italienischen Königs Umberto I. durch einen Anarchisten

1901: Ermordung des amerikanischen Präsidenten McKinley durch einen Anarchisten

1903: Ermordung des serbischen Königs Alexander und seiner Frau im Zuge einer Verschwörung des Offizierskorps um den Offizier Dragutin Dimitijević, genannt „Apis“, wegen der relativ österreichfreundlichen Politik des Königs

1910: gescheitertes Attentat auf den österreichischen Kaiser Franz Josef in Sarajewo durch einen bosnischen Attentäter

1913: Ermordung des griechischen Königs Georg I. durch einen makedonischen Anarchisten

Januar 1914: Gescheitertes Attentat auf den österreichischen Gouverneur Bosniens, Oskar Potiorek, durch die revolutionäre Gruppe „Mlada Bosna“ („Junges Bosnien“)

15. Juni 1914: Attentatsversuch auf den kroatischen Militärbefehlshaber in Bosnien-Herzegowina, von Vareš.

Attentat vom 28.6.1914 in Sarajewo: Durchgeführt von Mitgliedern der „Mlada Bosna“ im Auftrag der serbischen Untergrundorganisation „Schwarze Hand“, geleitet vom Chef des serbischen Militärgeheimdienstes Dragutin Dimitijević, genannt „Apis“ (siehe oben)

 

2. „Ich komme hierher als Gast und Ihr Volk begrüßt mich mit Bomben!“ Willkommensrede Franz Ferdinands am Mittag des 28.6.1914 im Rathaus von Sarajewo

Am 28.6., nach 10 Uhr, missglückte ein Attentat mit einer Bombe auf den Wagen des österreichischen Thronfolgers. Zuvor hatte schon ein anderer Attentäter einen Bombenanschlag vermasselt. Später glückte das Attentat von Gavrilo Princip mit einer Pistole. Die drei Täter gehörten der Gruppe „Mlada Bosna“ an (siehe oben).

Der serbische Premierminister Nicola Pasić, der von der Verschwörung erfahren hatte, versuchte zuvor die österreichische Regierung zu warnen. Diese Warnung wurde jedoch nicht ernst genommen.

Der Besuch in Sarajewo fand am „Veitstag“, dem Jahrestag der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 statt, als die Serben den Türken unterlagen. Dieser Gedenktag gilt in Serbien als „heiliger Tag“. Der Besuch fand außerdem im Zusammenhang mit österreichisch-ungarischen Militärmanövern in Bosnien-Herzegowina statt.

Der Thronfolger Franz Ferdinand war aus verschiedenen Gründen in Wien keineswegs beliebt gewesen. Ein Grund war seine nachsichtige Haltung gegenüber den Minderheiten in der Habsburger Monarchie, so war er auch ein Gegner des Krieges. Hohe österreichische Politiker äußerten sich insgeheim anlässlich der Übergabe des Ultimatums an Serbien am 28. Juli so: „Die Welt weiß nicht, dass der Erzherzog immer gegen Krieg war. So hat er uns durch seinen Tod zu der Energie verholfen, die er nie aufbringen wollte, solange er lebte!“

Das „Begräbnis dritter Klasse“ für Franz Ferdinand und seine Frau (der ein offizielles Begräbnis vorenthalten wurde) bestand aus einer Trauerfeier von 15 Minuten, bei der Kaiser Franz Josef nicht einmal anwesend war. Kommentar eines Journalisten der London Times: „..wie ein Hund begraben.“

Nach: Annika Mombauer: Die Julikrise. Europas Weg in den Ersten Weltkrieg. München (Beck) 1914, S. 27—36, ergänzt durch Wikipedia

 

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