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Geschichtslehrer/innen
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Moench

Bauern, Landwirtschaft und Grundherrschaft
im Mittelalter

Auf der angeschlossenen Seite:

1. Was blieb der Landbevölkerung im Mittelalter zum Leben?
Landwirtschaft und Grundherrschaft in karolingischer Zeit.
Anleitung zur Untersuchung an einem Fallbeispiel aus dem Jahr 820 - hier

Hier auf dieser Seite:

Landwirtschaftliche Arbeiten, Abbildung aus dem Jahr 818.
 

Links und Infos
Thema spezial:
Die Sense - ein revolutionäres Instrument mit langer Geschichte

Monatsbilder_Salzburg_818

Bäuerliche Arbeiten im Jahreskreis, Monatskalender aus Cod. 387, Salzburg, 818. - Österreichische Nationalbibliothek.

Der Codex enthält mehrere Schriften zur Geschichte und zum Stand des Wissens über die Natur.

Die Abbildung befindet sich auf dem
forum oö geschichte -
Virtuelles Museum Oberösterreich

und zwar auf der Seite Alltag und Arbeit der ländlich- agrarischen Bevölkerung im Mittelalter - hier.
Mit freundlicher Genehmigung des Forums, alle Rechte bei der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die Abbildung dieses Monatskalenders passt zeitlich zu der oben genannten Untersuchung über Landwirtschaft und Grundherrschaft in der karolingischen Zeit (direkt dorthin: hier).

Links, Infos

Das Virtuelle Museum Oberösterreich liefert hervorragende Materialien, v.a. auch Bilder, aus dem Mittelalter (bereits oben erwähnt: Startseite Mittelalter), darunter Dokumente zu Alltag und Arbeit der ländlich-agrarischen Bevölkerung: hier, woher das obige Bild stammt. 

Landwirtschaftliche Tätigkeiten kommen auch in  Les Très Riches Heures du Duc de Berry - dem Stundenbuch des Herzogs von Berry zum Ausdruck, in Auftrag gegeben 1413 und bei seinem Tode 1416 unvollendet abgebrochen, 1485-89 von Jean Colombe im Auftrag von Karl I. von Savoyen fertiggestellt; diese berühmteste aller illuminierten Handschriften gibt es online vom Musée Condé in Chantilly: hier. Mit Zoom-Möglichkeiten (Vergrößerung und Ausschnitte) - ein Schatz im Internet!

Wird weiter aufgebaut...

 

Thema spezial:
Die Sense - ein revolutionäres Instrument mit langer Geschichte

Auf dem oben abgebildeten landwirtschaftlichen Kalender von 818 sieht man bereits eine Sense abgebildet (Monat Juli), daneben gibt es aber noch die Sichel (Monat August). Die Geschichte der Sense, dieses revolutionären agrarischen Instruments, das die Ernte enorm vereinfachte, ist lang und komplex - und zum Teil rätselhaft. Wir beginnen hier eine Sammlung von Links und Infos zum Thema.

Auf der Website des Sensenvereins Österreich (hier) erfährt man durch entsprechende Abbildungen - leider ohne weitere wissenschaftliche bzw. bibliographische Angaben -, dass die Sense ursprünglich bereits bei den alten Kelten bekannt war, insofern es sich zunächst einfach um die Verlängerung einer Sichel durch einen längeren Stiel handelte, der es dem Bauern erlaubte, im Stehen das Korn zu mähen.

Die Geschichte der Sense auf Wikipedia  (28.7.2010) zeigt die Misere des allgemeinen Wissens darüber, aus dem sich Wikipedia meistens speist - es gibt nämlich keines (hier).

Die Geschichte der Sense über die erhaltene Geschichte des Schmiedehandwerks zu erzählen, führt ebenfalls kaum ins Mittelalter zurück, jedenfalls nur vage, z.B. auf dieser Seite des Freilichtsmuseums Schiedleithen: hier.

Eine bessere Frühgeschichte der Sense zeigt die Website Geschichte der Sense - ein virtuelles Museum. Dort wird die Hau-Sense der Kelten erklärt und warum sie damit noch keine moderne Sense war, aber dennoch ein Fortschritt, in ihrer Form hat sie sich immerhin lange gehalten. Leider gibt es dann einen Sprung zu modernen Mähsense, der unser historisches Interesse unbefriedigt lässt.

Wann setzte sich die Sense in Europa generell als Mähinstrument durch?

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In dem Stundenbuch des Duc de Berry (siehe oben) zeigt diese Abbildung Sensen in bereits sehr moderner Form, mit einem zusätzlichen Griff auf halber Höhe des Stils (dies ist nicht das Fachvokabular dazu, wen das interessiert, der kann die o.g. Seiten zur Sense konsultieren).

Das Bild veranschaulicht die landwirtschaftlichen Arbeiten im Monat Juni. Abgesehen von der Abbildung der Sensen zeigt das Bild somit auch, dass die Ernte bereits im französischen Burgund früher begann als im nördlichen Mitteleuropa östlich des Rheins, wie es oben auf dem Salzburger Monatskalender zu sehen ist.

Trotz dieser Abbildung der Sensen dem gibt es in demselben Buch auch noch den Einsatz von Sicheln: hier und dies ist ein Phänomen zahlreicher Abbildungen noch aus dem 15. Jh., wie z.B. auch auf dem nachfolgenden Bild des Fastolt Meisters aus dem normannischen Stundenbuch aus der Mitte des 15. Jh.s

 

Bild: Wikimedia Commons

Zum Bild auf der Online-Edition des Buches: hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bild: Wikimedia Commons

Ein Grund für die weiterhin anhaltende Nutzung der Sichel parallel zur Sense könnte sein, dass in vielerorts in den grundherrschaftlichen Rechtskodices oder im Gewohnheitsrecht den Bauern ein Recht auf die Verwertung der Getreidestoppeln auf dem Feld nach der Ernte zugestanden wurde. Dies diente dann noch v.a. ärmeren Bauern als Weide für ihr Vieh.  Der ökonomische Wert dieser Doppelnutzung des Getreidefeldes sollte nicht unterschätzt werden, dieses Recht gehörte zu einem Bündel von Rechten für die Dorfgemeinschaft, wie auch die Allmende.

Das Bild zeigt deutlich, wie durch den Gebrauch der Sichel der Getreidehalm in der Mitte abgeschnitten wurde und somit die untere Hälfte auf dem Feld verblieb.

 

 

 

 

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Vergleichbare Szene aus Italien, Skultpur am Großen Brunnen in Perugia, Umbrien, Mittelitalien, 1278.

Bild: Wikimedia Commons (Die italienischsprachige Legende gibt dort ein falsches Jh. an, secolo XIII meint im Italienischen nämlich die Zeit von 1300-1399, also das 14. Jh.).

Ausschnitt aus einem bäuerlichen Kalender der monatlichen Arbeiten. Wie oben im Buch des Duc de Berry repräsentiert auch dieses Bild den Monat Juni. Zur Fontana Maggiore siehe auch die italienische Seite von Wikipedia: hier.

Die komplette Bildersammlung vom Brunnen gibt es auch Wikimedia Commons

 

 

 

 

 

 

 

Wird ergänzt...!

 

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