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Russland verstehen?!

Aufbau einer Seite zur Geschichte Osteuropas ausgehend vom aktuellen Ukraine-Konflikt

Vor 100 Jahren begann der 1. Weltkrieg. Osteuropa gab es damals nicht - nicht im Sinne unabhängiger Staaten. An der deutschen Ostgrenze begann Russland und an der österreichisch-ungarischen Nordgrenze auch. Die Habsburger Monarchie umfasste all die Völker, die nach 1918 in selbstständigen Staaten zu Mitteleuropa werden sollten, auch Polen wurde unabhängig. im Krieg gegen das im Bürgerkrieg sich befindende Russland 1919-20 stießen polnische Truppen bis nach Kiew vor. Nach den später gezogenen Grenzen lebten Weißrussen und Ukrainer als Minderheit in Teilen Ostpolens. Die baltischen Staaten wurden unabhängig, wie 1990 wieder. Im 2. Weltkrieg korrigierte Stalin die sowjetische Grenze wieder weiter nach Westen und 1945 bekam die Sowjetunion eine Hegemonie über Mitteleuropa bis an die Elbe, der “Eiserne Vorhang” machte daraus “Osteuropa” für den Westen .

Osteuropa hier und heute meint den Teil des geographisch östlichen Europa, das seit historisch seit langem unter russischer Herrschaft stand oder engere Beziehungen zu Russland als nach Westeuropa hatte.

 

Aktuell: Krim-Krise, Ukraine-Konflikt

Die Krim-Krise lehrt uns, dass wir uns zu wenig mit den Grundlagen der russischen Politik beschäftigt haben, darunter auch den historischen Grundlagen. Einige Bemerkungen aus zeithistorischer Perspektive zum Ukrainekonflikt gibt Jan C. Behrends auf Zeitgeschichte Online.

Geschichte verstehen, wenn sie gemacht wird, das ist auch die aktuelle Aufgabe, wenn man prognostizieren will, wie’s weitergeht. Während die Politik und die Medien die Ukrainekrise als ein Schwarz-Weiß-Gemälde pinselten, als Entweder-oder, sagt der deutsche Außenminister am 3.4., man müsse aus dem Entweder-Oder herauskommen. Ulrike Winkelmann zeichnet in ihrem Kommentar in der Taz vom 4.4.2014 nach, wie dieses Entweder-Oder nicht nur die Konfliktlösung behindert hat, sondern wesentlich dazu beigetragen hat, dass es zum Konflikt kam: “Die EU ist nicht schuld, dass Putin das Völkerrecht gebrochen hat. Aber sie hat die Ukraine in ein mieses ökonomisches Dilemma manöviert.” Was der Assoziierungsvertrag mit der EU an wirtschaftlich-sozialen Einschnitten in der Ukraine bedeutet, wie sich danach die Urkaine der EU unterordnen muss statt davon zu profitieren, das konnte und kann keine Regierung der Ukraine unterschreiben und auch die jetzige Übergangsregierung hat nur den politischen Teil unterschreiben.

Ein spannender Kommentar: Nie mehr Entweder-oder. Von der küchenpsychologischen Behandlung der Krimkrise sollte man abrücken und zur Fehleranalyse übergehen, besonders seitens der EU. (taz-online 6.4.2014)

Ulrike Winkelmann bezieht sich dabei auf eine Analyse der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2011. Diese hat den Vorteil, dass die aktuelle Entwicklung damals noch nicht bekannt war, ein Konflikt der Ukraine mit Russland aber schon vorausgesehen wurde, der Nachteil ist, dass die Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz abgeschlossen waren. An der Substanz des Vertragstextes wurde jedoch bis zur Ablehnung der Unterzeichnung des Abkommens nichts mehr geändert.  

Das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union DCFTA
von Ina Kirsch van de Water, August 2011 >hier

 

 

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